In der Nacht zum Donnerstag wurde die Freiwillige Feuerwehr Ofterdingen gegen 01:07 Uhr von der integrierten Leitstelle Tübingen zu einer unklaren Rauchentwicklung alarmiert.

Nahe des Ortszentrum hatte ein Anwohner die Feuerwehr gerufen, weil er verdächtigen Rauch aus dem Kamin eines älteren Wohnhauses aufsteigen sah.

Beim Eintreffen der Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst konnte diese Annahme allerdings nicht bestätigt werden.

Nach kurzer Erkundung und Befragung des Eigentümers konnte der Einsatz rasch wieder beendet werden, es war kein Ereignis feststellbar und somit kein Einsatz für die Rettungskräfte erforderlich.

 

An dieser Stelle und als Reaktion auf erhaltene Nachrichten, möchte die Feuerwehr Ofterdingen nochmals aufklären um zukünftig entstehenden Fragen vorzubeugen und Informationen an die Bürgerinnen und Bürger weiterzugeben:

Immer wieder kommt die Frage auf, warum Rettungskräfte auch nachts mit Sondersignal fahren und ob das wirklich sein muss.

 

 

 

Die Feuerwehr wird nur dann alarmiert, wenn eine Notlage vorliegt.

Um die Gefahren abzuwehren, ist höchste Eile geboten - dafür werden Einsatzfahrzeugen Sonderrechte eingeräumt. Gesetzlich ist dies in der Straßenverkehrsordnung (StVO) geregelt:

 

  • § 35 StVO Sonderrechte (Auszug) 
    (1)Von den Vorschriften dieser Verordnung sind die Bundeswehr, die Bundespolizei, die Feuerwehr, der Katastrophenschutz, die Polizei und der Zolldienst befreit, soweit das zur Erfüllung hoheitlicher Aufgaben dringend geboten ist.[...]
    (5a) Fahrzeuge des Rettungsdiensts sind von den Vorschriften dieser Verordnung befreit, wenn höchste Eile geboten ist, um Menschenleben zu retten oder schwere gesundheitliche Schäden abzuwenden.

Die StVO regelt auch, wie die Einsatzfahrzeuge ihr Sonderrecht kenntlich machen müssen:

  • § 38 Blaues Blinklicht und gelbes Blinklicht (Auszug)
    (1) Blaues Blinklicht zusammen mit dem Einsatzhorn darf nur verwendet werden, wenn höchste Eile geboten ist, um Menschenleben zu retten oder schwere gesundheitliche Schäden abzuwenden, eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit oder Ordnung abzuwenden, flüchtige Personen zu verfolgen oder bedeutende Sachwerte zu erhalten.
    Es ordnet an: 
    "Alle übrigen Verkehrsteilnehmer haben sofort freie Bahn zu schaffen".

 

Gesetzliche  Verpflichtung

Durch die beiden Paragraphen aus der StVO wird klar: Die Feuerwehr ist gesetzlich verpflichtet, Blaulicht und Martinshorn zugleich einzusetzen, wenn sie das Wegerecht in Anspruch nehmen will. Ein Fahrer eines Einsatzfahrzeuges handelt somit fahrlässig, wenn er bei einer Fahrt mit Blaulicht kein Martinshorn verwendet.

Kommt es zu einem Unfall, kann der Fahrer des Einsatzfahrzeuges auch bei Unverschulden persönlich haftbar gemacht werden.

 

 

Bei weiteren Fragen zu diesem oder anderen Themen rund um die Arbeit der Feuerwehr, wenden Sie sich gerne an die Feuerwehrführung.